Eine steile These

Arbeit macht glücklich! Eine gewagte Behauptung, wenn man sich einmal den nachfolgenden Screenshot ansieht:

Arbeit macht glücklich

Screenshot google.de

Du kennst das bestimmt: wenn du eine Google-Suche startest, erhältst du unter den Suchtreffern die verwandten Suchanfragen. Der Screenshot zeigt die verwandten Suchanfragen zum Suchbegriff „meine Arbeit“.
Von Arbeit die keinen Spaß macht, über Arbeit die stressig ist, krank und sogar depressiv macht, ist alles dabei. Eine erschreckende Liste wenn man bedenkt, dass Arbeiten die beste Möglichkeit ist, seiner Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen und einen Beitrag für andere zu leisten. Was beides zu den emotionalen Grundbedürfnissen zählt.

Was läuft schief

Unbestritten gibt es im Beruf Umstände, die einem dieses Glück zeitweise gründlich vermiesen können. Doch nicht selten vermiesen wir uns das Glück selbst, indem wir einfachen Denkfehlern erliegen. Denkfehlern, die eine falsche Erwartungshaltung an unsere Arbeit hervorrufen.
In meinem Schulvortrag „#Meisterstück – Die Kunst, deinen Beruf zu finden“, nenne ich diese Denkfehler „Missverständnisse“.
Arbeit macht glücklich

Ich greife in diesem Vortrag, neben einer Menge anderer Inhalte, zehn große Denkfehler bzw. Missverständnisse zum Thema Arbeit und Beruf auf.
Mit einem Ziel: Den Schülerinnen und Schülern eine gute Basis für ihr Berufsleben mit auf den Weg zu geben – frei von Denkfehlern und Missverständnissen.
In diesem und dem nächste Woche folgenden Blogbeitrag, möchte ich diese zehn Denkfehler ebenfalls thematisieren, damit auch du zukünftig meiner These “ Arbeit macht glücklich “ folgen kannst – wenn du es nicht ohnehin schon tust 😉

Denkfehler #1 – Arbeit muss immer Spaß machen

Kennst du den Slogan der neuen Werbung des Technikriesen „Media Markt“? Er lautet: „Hauptsache ihr habt Spaß“. Diesen Slogan auf seinen Arbeitsplatz anzuwenden, und Spaß, nicht Geld, Prestige, Arbeitszeiten o. ä., in den Vordergrund zu stellen, finde ich grundsätzlich nicht schlecht. Ein Problem wird allerdings daraus, wenn dieses Streben nach Spaß ins Extreme rutscht. Es gibt nämlich keine Arbeit, auch keinen Traumberuf, der nur andauernd Spaß macht. Es ist die Konsequenz daraus etwas zu tun, dass es Dinge gibt, die eben nicht so viel oder keinen Spaß machen (Steuererklärungen, lange Autofahrten, Ablage etc. etc.) Wenn du mit einer „Alles muss ständig Spaß machen“-Einstellung an die Sache rangehst, wirst du den Spaß sehr schnell verlieren. Mehr noch, du wirst bitter enttäuscht werden.
Extreme Haltungen sind beim Thema „Spaß“ stets gefährlich. Unter uns gesagt, sind sie auch nicht „normal“. Denn selbst wenn ich sehr viel Spaß an meiner Arbeit habe, was auf mich persönlich zutrifft, ist es dennoch völlig „normal“ in manchen Situationen lieber auf der Couch oder im Bett liegen zu bleiben, als zu arbeiten. Ausruhen, lesen, fernsehen etc. etc. machen auch mal Spaß! 🙂

Denkfehler #2 – Ein anderer ist für mich verantwortlich

Ein, in unserem Land sehr weit verbreiteter, Irrtum. Wenn man es Irrtum nennen kann, denn die Grenze zum Selbstbetrug ist hier nicht weit. Es gibt nur einen Menschen, der für dein persönliches und damit auch berufliches Glück verantwortlich ist – du selbst! Kein Chef, kein Vorgesetzter, kein Mitarbeiter, kein Partner, kein Politiker, kein Staat – du!
In unserem Land hat jeder die Freiheit zu tun was er will. Das Problem dabei: Diese Freiheit erfordert Eigenverantwortung – und die kann schmerzhaft sein.
Steve Jobs meinte einmal dazu:

„In dem Moment, in dem du Verantwortung für deine Träume übernimmst und dafür haftest, ob du sie verwirklichst oder nicht, wird das Leben ein ganzes Stück härter.“

Dem ist aus meiner Sicht nichts mehr hinzuzufügen.

Denkfehler #3 – Eine Berufsentscheidung ist etwas endgültiges

„Wenn ich eine Fehlentscheidung treffe, dann werde ich es mein ganzes Leben lang bereuen.“ 
So oder so ähnlich hören sich die Bedenken bezüglich der Berufswahl oft an. Doch wer sagt, dass du diese Entscheidung nicht mehr verändern kannst? Es ist sogar nach sehr langer Zeit noch möglich, was mein eigenes Beispiel sehr schön zeigt. Die erste berufliche Entscheidung meines Lebens war falsch. An dieser Entscheidung habe ich 16 Jahre lang festgehalten. Warum? Weil eine berufliche Umorientierung zwar möglich ist, doch in der Regel ist sie schmerzhaft und sehr anstrengend. Genau deshalb schrecken die meisten davor zurück. Viele bringen die Energie auf, sich 45 Jahre lang jeden Tag über ihren Job zu beklagen. Doch Sie bringen nicht die Energie auf, ein Jahr lang, jeden Tag eine Stunde, an einer Veränderung zu arbeiten. Was uns wieder zu Punkt #2 zurück bringt.

Denkfehler #4 – Es gibt eine Abkürzung zum Erfolg

Gerade die Unterhaltungsmedien möchten uns das gerne glauben machen. Casting- und Realityshows sind der schnelle Weg zum Erfolg – steil bergauf in kurzer Zeit. Die Einzigen, die davon etwas haben, sind die Sender selbst.
Erfolg ist nichts schnelles oder kurzfristiges. Erfolg ist ein Weg. Ein individueller Weg, auf dem zu laufen sich grundsätzlich gut anfühlen sollte. Dieser Weg hat aber auch mal Kurven und Biegungen. Wer seinen Weg gehen will, sollte seinen Antrieb und seine Hartnäckigkeit finden und nicht nach Abkürzungen suchen. Denn der Wunsch und die Suche nach der Abkürzung führen meist wieder in Richtung Enttäuschung.
Arbeit macht glücklich

Denkfehler #5 – Berühmte Menschen sind automatisch erfolgreich

Ein ebenso gefährliches Streben wie das nach abgekürztem Erfolg, ist das nach Ruhm und Berühmtheit. Versteh‘ mich nicht falsch, ich halte es nicht für schlecht, wenn jemand den Traum hat etwas Großes zu leisten – ganz im Gegenteil. Doch viele, gerade junge Menschen, streben nach Ruhm und Berühmtheit, um sich dadurch selbst aufzuwerten und selbst zu definieren. Ein gefährlicher Weg, denn er führt nicht zum Ziel.
Sehe dir dieses kurze Video mit Cameron Diaz an und du weißt genau was ich damit meine. Wenn dir die ganzen fünf Minuten zu lang sind, die wichtigsten Szenen sind zwischen 0:31 und 1:38 Minuten.

Arbeit macht glücklich – Fortsetzung folgt

Die Denkfehler #6 – 10 gibt es kommende Woche. Hier schon einmal eine kurze Übersicht:

  • Denkfehler #6 – Geld verdienen macht nicht glücklich
  • Denkfehler #7 – Bei der Arbeit zählt nur das Geld verdienen
  • Denkfehler #8 – Du musst die „Nr. 1“ werden
  • Denkfehler #9 – Ich habe kein großes Talent
  • Denkfehler #10 – Niemand hat Einfluss auf mich

Wenn nächste Woche auch diese Denkfehler und Missverständnisse ausgeräumt sind, dann hoffe ich sehr, dass mir in meiner These “ Arbeit macht glücklich “ noch mehr Menschen folgen.

Wie macht deine Arbeit dich glücklich? Welchen Weg bist du gegangen, um deinen persönlichen Erfolg zu finden? Schreibe mir gerne einen Kommentar.