Top-Thema Fachkräftemangel

Fachkräftemangel ist derzeit das absolute Top-Thema in deutschen Unternehmen.
Doch wo liegt die Ursache dieses Problems und wer kann dieses Problem lösen? Da gibt es die unterschiedlichsten Meinungen.
Aus demographischer Sicht ist es Fakt, dass wir im Jahr 2014 715.000 Geburten zu verzeichnen hatten. Im Jahr 1960 waren es noch 1.261.614! (Quelle: statista.com) Eine Differenz von 546.614 Kindern. Somit gibt es auch immer weniger Schulabgänger und damit über kurz oder lang Fachkräftemangel. Damit ist für viele Unternehmen die Ursache gefunden. Gerne wird auch noch das bildungspolitische Problem als Erklärung mit oben drauf gesetzt.
Was für viele Unternehmen heißt, dass „die Anderen“ Schuld sind. Somit liegt auch die Lösung des Problems in den Händen „der Anderen“.
Passend dazu, poste ich auf meiner Facebook-Seite gerne folgendes Bild, das die Geisteshaltung in vielen Unternehmen gut umreißt (aus Gründen der Fairness sei dazu erwähnt, dass dieses Bild die Einstellung der meisten Menschen umreißt 😉
Fachkräftemangel

„Mythos“ Fachkräftemangel

Alles Blödsinn! Es gibt überhaupt keinen Fachkräftemangel sagt dagegen Martin Gaedt, Autor des Buches „Mythos Fachkräftemangel“. Seine These: „Dass Unternehmen ‚Fachkräftemangel‘ rufen, ist genauso absurd als würden sie ‚Kundenmangel‘ schreien. (…) Es ist die unternehmerische Aufgabe, Kunden zu gewinnen – und Bewerber.
Zusammengefasst ruft er den Unternehmen in seinem Buch zu:

„Fast euch endlich an die eigene Nase und schafft Bedingungen, unter denen Menschen gerne arbeiten.“

Und was ist nun die Wahrheit?

Ich glaube, wenn wir demographische, bildungspolitische und unternehmerische Probleme gemeinsam betrachten, sind wir der „Wahrheit“ auf der Spur. Es gibt, auf Grund der demographischen Entwicklung, nun einmal weniger potentielle Kandidaten für offene Stellen, und somit wird auch das Gerangel um diese Fachkräfte größer. Und das unser Bildungssystem seit vielen Jahren eine wirkliche Reform bräuchte, ist unbestritten.
Nur was hilft einem Unternehmen das Rufen nach Veränderung von Systemen und Strukturen? NICHTS! Der einzige Mensch den du nachhaltig verändern kannst, bist du selbst. Die einzigen Systeme und Strukturen die du „alleine“ verändern kannst, sind die in deinem eigenen Unternehmen.
Da vielen Unternehmen beim Fachkräfteproblem, aufgrund der hohen Arbeitsauslastung, das Wasser bereits bis zum Halse steht, sage ich zusammenfassend:

„Der Fachkräftemangel, ob man ihn nun als diesen bezeichnet oder nicht, wird unsere Unternehmen voran bringen.“

Die Situation nutzen

Ich bin mir sicher, vielen Unternehmern die das lesen, geht gerade das sprichwörtliche „Messer in der Tasche“ auf. Aber sehe es einmal so: Wir Menschen und somit auch die Unternehmen, sind eben so gestrickt, dass wir uns (in der Regel) erst dann verändern, wenn uns das Wasser bereits kurz unterhalb der Nasenlöcher steht.
Eine Veränderung im Denken und Handeln haben wir beim Thema „Arbeit und Beruf“ allerdings bitter nötig. Sowohl von Seiten der Unternehmen als auch von Seiten der Mitarbeiter.
Denn ist es noch zeitgemäß, dass

  • Unternehmen den Kunden zum König erklären und die Mitarbeiter zu Vasallen?
  • Mitarbeiter sich bei Unternehmen bewerben und nicht umgekehrt?
  • viele Unternehmen ihren Unternehmenssinn nicht definiert haben und überhaupt nicht wissen, warum sie ihre Leistung erbringen?
  • für die Anschaffung einer Maschine mehr Zeit investiert wird, als für die Einstellung eines neuen Mitarbeiters?
  • Arbeit als notwendiges Übel angesehen wird, mit dem man seine restliche Lebenszeit finanziert?
  • Berufsentscheidungen immer noch in erster Linie nach Einkommenshöhe getroffen werden?

Die richtigen Fragen stellen

Diese und noch eine Menge anderer Fragen müssen wir uns alle – Unternehmen und Mitarbeiter – zu diesem Thema stellen. Die Unternehmen mit den besten und schnellsten Antworten, werden in Zukunft die Nase auf dem Stellenmarkt vorn haben. Unternehmen, die Ihren Mitarbeitern und potentiellen Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringen. Die aufzeigen können, warum es eine gute und auch lohnende Sache ist, für sie zu arbeiten. Unternehmen die einen positiven Unterschied im Leben von Mitarbeitern und Kunden ausmachen und das auch kommunizieren können.
Atmen wir nochmal tief ein, bevor das Wasser noch weiter steigt, und machen uns an die Arbeit!
Zum Abschluss dieses Artikels bleibt mir nur noch zu sagen:
Fachkräftemangel
Wie siehst du den Fachkräftemangel? Schreibe mir gerne einen Kommentar!


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