Unglücklich im Beruf? Bitte hier unterschreiben!

Unsere moderne Welt hat für fast alles eine Lösung. Wir können die meisten Krankheiten heilen, Sonden zum Mars schicken und per Mausklick steht uns die ganze Welt offen.
Doch bei all dieser Flut von Wissen und Möglichkeiten, scheint das „Glück im Beruf“ immer noch ein Mysterium zu sein. „Ich bin unglücklich im Beruf“ ist ein Satz, unter den viele zustimmend ihre Unterschrift setzen würden.
Dieses „Unglück“, entsteht häufig im Spannungsfeld zwischen falschen Erwartungen und Missverständnissen. Ich habe mich selbst 16 Jahre lang in diesem Spannungsfeld bewegt. Daher weiß ich, ohne sich über gewisse Dinge im Klaren zu sein, ist es nur schwer möglich, sein berufliches Glück zu finden. (Mehr über mich gibt’s übrigens hier >> )
Diese 6 Dinge möchte ich dir in diesem Artikel näher bringen. Los geht’s:

#1 – Es geht um Zeit

Zu Beginn geht es um die Frage, was Arbeit überhaupt ist. Die meisten sehen sie als ein Tauschgeschäft an. Zeit gegen Geld! Doch sie ist eine Gestaltungsmöglichkeit. Arbeit ist ein Instrument zur Zeitgestaltung, genau wie andere Aktivitäten (Sport, Fernsehen, Essen etc.) auch. Jeder entscheidet wie und für was er seine Zeit investiert. Die Zeit, die in Arbeit ‚investiert‘ wird, sollte genau wie andere Aktivitäten auch, positive Erlebnisse als Ertrag zurück bringen. Und das kann sie. Sehr gut sogar. Arbeit bietet viele Möglichkeiten um emotionale Grundbedürfnisse zu befriedigen. Das Bedürfnis nach Abwechslung und Herausforderung, das Bedürfnis nach Wachstum, das Bedürfnis nach Verbundenheit und vor allem auch das Bedürfnis für andere einen Beitrag zu leisten. Bei allen diesen Möglichkeiten, wäre es fatal seine Zeit gegen negative Erlebnisse zu tauschen und jeden Monat auf die kurzfristige Schmerzlinderung des Gehaltsschecks zu setzen.

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#2 – Einstellung kontrollieren

Jeder hat seine persönliche Einstellung zur Arbeit. Sie ist, wie die meisten Einstellungen, ein Mix aus persönlichen Erfahrungen, vorgelebten Einstellungen (z. B. durch Eltern) und gesellschaftlichen ‚Normen‘. Ungeachtet der Tatsache, wie dein Einstellung zur Arbeit entstanden ist, sie ist ein entscheidender Punkt um Glück im Berufsleben zu finden. Denn eine ‚falsche‘ Einstellung kann diesem Glück im Weg stehen. Was ist nun falsch und was ist richtig? Falsch sind in jedem Fall alle Extreme.
Negativ-Extrem
„Arbeit ist immer scheiße!“
„Mit Dingen die Spaß machen, kann man kein Geld verdienen!“ usw. usw.
Ich glaube, es versteht sich von selbst, dass man mit diesen Einstellungen sein Glück im Berufsleben niemals finden wird. Mit diesen Einstellungen gibt man es praktisch am Werkstor oder der Bürotür ab.
Positiv-Extrem
„Es muss immer alles Spaß machen!“
Egal was du tust und wie viel Freude dir diese Tätigkeit auch bereiten mag, es gibt immer Bereiche einer Tätigkeit, die keinen oder weniger Spaß machen. Diesen Umstand musst du akzeptieren! Das ist die Konsequenz daraus etwas zu tun. Sobald man damit anfängt etwas zu tun, gibt es auch Dinge die weniger oder keinen Spaß machen. Wenn dir das nicht gefällt, gibt es nur eine Lösung: Gar nichts tun! Aber das macht auf Dauer auch keinen Spaß. 😉

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#3 – Es gibt immer eine Wahl

Diese Vorstellung ist für viele schmerzhaft. Da spreche ich aus Erfahrung. Denn die Wahl zu haben bedeutet, dass ich selbst die Verantwortung trage für mein berufliches Glück. Da ist es natürlich einfacher, die Verantwortung den äußeren Umständen anzulasten. Und ja, es gibt natürlich Situationen im Leben, da kannst du nicht einfach sagen: „Ich mach‘ jetzt mal was anderes!“. Du trägst Verantwortung für dich und andere. Mit „Es gibt immer ein Wahl“, möchte ich auch nicht sagen, dass du immer und zu jeder Zeit alles umschmeißen kannst. Was ich damit sagen möchte ist folgendes: Egal in welcher Situation du bist, du hast immer die Möglichkeit Schritt für Schritt an einer Veränderung zu arbeiten. Häufig geht es eben nicht von einem Tag auf den anderen. Aber jeden Tag ein bißchen etwas dafür zu tun, um in 2, 3, 4 oder 5 Jahren eine Veränderung herbei zu führen, kann jeder. Es gibt ein wunderschönes Zitat der Autorin Mandy Hale, das ins Deutsche übersetzt ungefähr folgendermaßen lautet:

„Wachstum ist schmerzhaft. Veränderung ist schmerzhaft. Aber nichts ist so schmerzhaft, wie an einem Platz fest zu hängen, an den du nicht gehörst!“

Mit einem Schmerz musst du also bezahlen. Dem Schmerz der Veränderung oder dem Schmerz, bis zur Rente am falschen Platz fest zu hängen. Du hast die Wahl!

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#4 – Was ist für dich Erfolg?

„Über Erfolg spricht man nicht. Erfolg hat man.“
„Über Erfolg sprechen nur die, die keinen haben.“
Die Reihe an Sprüchen über Erfolg lässt sich beliebig fortsetzen. Die meisten dieser Sprüche setzen eine Sache klar voraus: Und zwar, dass eindeutig definiert ist, was Erfolg überhaupt ist.
Und genau das ist aus meiner Sicht aus zwei Gründen nicht möglich:

  1. Es gibt viele Arten von Erfolg. Im Beruf, im Sport, in der Partnerschaft, der Gesundheit usw. usw.
  2. Erfolg ist individuell!

Es gibt also nur einen Menschen, der deinen Erfolg definiert – du selbst. Lasse dich nicht von der gesellschaftlichen Vorstellung des Erfolgs leiten, dass Erfolg grundsätzlich mit der Höhe des Einkommens wächst. Diese Einstellung mag für manche Menschen gut und richtig sein, für die meisten ist sie die Einbahnstraße ins berufliche Unglück. Es ist nicht für jeden das Richtige, die sprichwörtliche „Nr. 1“ zu sein bzw. zu werden. Erfolg bedeutet, das zu tun was du tun möchtest, mit dem Ergebnis das du dir wünschst. Löse dich vom Erfolgsdenken der anderen und vor allem von dem Vergleich mit anderen.
Katharina Bruns, beschreibt es in ihrem Buch „Work is not a job“ mit folgendem Satz:

„Erfolg hat nichts damit zu tun, was du hast, sondern damit, wer du bist!“

Ich möchte dir auch noch meine eigene, berufliche Erfolgsdefinition mitgeben. Widerstehe allerdings bitte der Versuchung, diese oder eine andere einfach zu übernehmen. Hinterfrage immer für dich selbst. Hier nun meine Definition von beruflichem Erfolg:

„Der größte Erfolg, den du beruflich erreichen kannst, ist zu lieben was du tust.“

Ok, und was ist mit Geld? Klar, Geld ist wichtig. Doch wenn du einer Tätigkeit eine so große Emotion wie Liebe entgegenbringst, ist es praktisch unvermeidlich darin so gut zu werden, dass auch das Ergebnis herauskommt das du dir vorstellst.

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#5 – Finde deine Talente

Viele Menschen sind der irrtümlichen Meinung, sie hätten kein herausragendes Talent. Oder ihr Talent sei eher unbedeutend. Das können doch alle, oder? Jeder Mensch hat besondere Fähigkeiten. Und ich möchte behaupten, dass es deine Lebensaufgabe ist, diese zu entdecken, zu entwickeln und gewinnbringend für dich und andere einzusetzen.
Gehen auf die Suche nach deinen Talenten und mache sie zu herausragenden Stärken.
Tipps für die Suche:

  • Lese Bücher zu diesem Thema (Empfehlung: „Entdecken Sie Ihre Stärken Jetzt! – Das Gallup-Prinzip“)
  • Frage dir nahestehende Personen, wo sie deine Talente sehen. Das Ergebnis erstaunt die Meisten.
  • Denke zurück an deine Kindheit. Was hast du als Kind schon gerne und ausdauernd getan? Ich zum Beispiel habe am Fernseher immer den Ton ausgestellt und die Fußballspiele selbst moderiert. Zum Leidwesen meiner Eltern! In der Schule war ich der Einzige, der Freude am Referate halten hatte. Reden ist eines meiner Talente. Deswegen verdiene ich mein Geld jetzt auch als Speaker. Ach übrigens, hier geht’s zu meinem Vortragsprogramm >>     😉

Lass‘ mich auch diesen Punkt wieder mit einem Buchzitat abschließen. Es kommt aus dem oben genannten Buch und lautet wie folgt:

„Die wahre Tragödie des Lebens ist nicht, dass jeder Einzelne von uns nicht genug Stärken hat, sondern dass wir diejenigen die wir haben, nicht einsetzen.“

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#6 – Sinn folgt Leidenschaft

Menschen sind sinngesteuerte Wesen. Unser volles Potenzial und unsere volle Motivation entfalten wir, wenn wir einen Sinn in einer Sache erkennen. Unternehmen beginnen langsam das zu erkennen. Sie verstehen, dass Mitarbeiter einen übergeordneten Sinn brauchen, um voll aufzublühen. In einem meiner E-Books, „Nie mehr Fachkräftemangel – Der Weg zur Arbeitgebermarke“ beschreibe ich das ausführlich. Hier kannst du es dir kostenlos herunterladen >>
Doch was tust du, wenn du Arbeitnehmer bist und dein Unternehmen nicht diesen Weg geht?
Du hast 2 Möglichkeiten:

  1. Du suchst dir ein neues Unternehmen, in der Hoffnung, dass es hier einen spürbaren Sinn für dich gibt. Achtung: Egal wo du hingehst, du nimmst dich selbst immer mit. Vergiß das bitte nicht!
  2. Du machst dein eigenes Ding. Folge deiner Leidenschaft und definiere deinen eigenen Sinn. Warum willst du das tun? Welchen Unterschied möchtest du damit ausmachen? Welche Probleme nerven dich so sehr, das du sie für dich und andere aus der Welt schaffen möchtest? Das sind 3 Fragen, die dich diesem Sinn näher bringen.

Auf der Flucht vor wenig inspirierender Arbeit und demotivierenden Führungskräften, ist für viele „Unternehmens-Hopping“ die erste Wahl. Sie ziehen von Arbeitgeber zu Arbeitgeber.
Die Vorstellung und den Mut selbst etwas zu bewegen trifft man eher seltener. Die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist für viele Deutsche geradezu ein ‚Kulturgut‘.
Aber ich habe dir 2 Möglichkeiten genannt und werde mich nun hüten, dich für die eine oder andere Wahl zu kritisieren. Nur eines solltest du bedenken:
Kein Unternehmen ist dazu verpflichtet, dir einen Sinn in deiner Arbeit zu geben. Die Unternehmen täten gut daran es zu tun, doch in keinem Arbeitsvertrag gibt es den ‚Sinnparagraphen‘. In meinen Vorträgen widme ich diesem Thema fast 20 Minuten meiner meist knappen Vortragszeit. Und ich glaube, es wird die Zeit kommen, in der Unternehmen ohne einen konkreten Sinn, ohne einen spürbaren Unterschied auszumachen, keine guten oder überhaupt keine Mitarbeiter mehr finden werden. Diese Entwicklung ist bereits in vollem Gange!
Die „Revolution der Arbeit“ hat begonnen, doch sie ist bei weitem noch nicht abgeschlossen. Es hilft nichts auf andere Zeiten zu warten. Deine Zeit ist jetzt. Du hast wieder einmal die Wahl.

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„I did it my way“

Der große Frank Sinatra hat uns dieses Motto musikalisch hinterlassen. Und für kaum einen Lebensbereich wie für das Arbeiten, ist es so entscheidend.
Gehe deinen Weg und sehen das Arbeiten nicht als notwendiges Übel zum Überleben, sondern als wunderbares Geschenk zum Erleben an!

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Hast du schon einmal einen beruflichen „Turn-Around“ gemeistert? Oder bist du gerade dabei, dich beruflich zu verändern?  Schreibe mir gerne einen Kommentar!